Unsere Geschichte
Die Erzählungen des Hofes
Ein Name, der in der Legende weiterlebt, ein Stein, der auf dem Meeresgrund entstand, und die Spuren derer, die vor uns hier gelebt haben.
Der Name des Hofes
Giulio Antonio Acquaviva d'Aragona
Giulio Antonio Acquaviva, 1428 geboren, war Herzog von Atri und Gründer von Giulianova. 1456 heiratete er Caterina Orsini del Balzo, eine Tochter von Giovanni Antonio Orsini del Balzo, Fürst von Tarent und mächtigster Feudalherr des Königreichs Neapel: Durch diese Ehe wurde Giulio Antonio einer der einflussreichsten Herren Apuliens. Als Heerführer im Dienst des Königs von Neapel war er für seinen Mut und sein Geschick mit dem Schwert berühmt.
Als die Türken im Sommer 1480 Otranto erstürmten, eilte der Graf mit seinen Männern als einer der Ersten in die Terra d’Otranto, um den Vormarsch der Türken aufzuhalten und die Stadt zurückzuerobern. In einen Hinterhalt geraten, fiel er am 7. Februar 1481 in der Gegend von Minervino di Lecce.
Der Überlieferung nach floh das Pferd, den Grafen noch im Sattel, in Richtung Sternatia, wo die Garnison lagerte. Unterwegs kam es durch Bagnolo und direkt an unserem Hof vorbei, die Straße entlang, die zur Kirche führt. Dort, vor der Kirche, während die Messe gefeiert wurde, stürzte der bereits leblose Graf vom Pferd.
Der Hof
Durch den Steinbogen
Einst war die Corte eine kleine Welt unter demselben Stück Himmel, voller Stimmen, Düfte und alltäglicher Gesten. Auf den Hof blickten die Häuser mehrerer Familien, und zur Straße hin gab es nur einen einzigen Eingang: ein großes Bogentor.
In der Corte lebte man gemeinsam. Man schöpfte das Regenwasser aus der unterirdischen Zisterne, an der Pila wurde die Wäsche gewaschen, auf den Terrassen trockneten die Früchte des Gartens in der Sonne. Die Frauen nähten und plauderten, die Kinder spielten unter den Augen aller, und abends saß man draußen in der Kühle und erzählte sich Geschichten.
Der Hof trägt noch die Spuren dieses Lebens. Heute ist er das Wohnzimmer unter freiem Himmel für unsere Gäste und bewahrt den Geist von einst: ein Ort, geschützt vor der Straße, gemacht für das Miteinander.
Der Stein
Das Rauschen des Meeres
Mauern und Gewölbe des Hofes bestehen aus Pietra leccese, demselben goldenen Stein, der die barocken Kirchen und Paläste von Lecce schmückt. Er entstand auf dem Grund des Meeres, das vor Millionen von Jahren den Salento bedeckte.
Betrachtet man die Blöcke aus der Nähe, tauchen in jedem Zimmer Fossilien auf. Am leichtesten zu erkennen sind Kammmuscheln, fächerförmige Verwandte der Jakobsmuscheln; in der Pietra leccese kamen aber auch Haifischzähne (Carcharodon megalodon) und Überreste von Pottwalen, Schildkröten und sogar Krokodilen zum Vorschein. Zu den berühmtesten Funden gehört Zygophyseter varolai, ein urzeitlicher Pottwal von mehr als sechs Metern Länge. Gehen Sie während Ihres Aufenthalts auf die Suche nach den Fossilien des Hofes: Wer das erste entdeckt hat, sieht sie plötzlich überall.
Aus der Nähe
Details zum Entdecken
Zeichen im Stein
Der verborgene Vers
Über einem der Durchgänge des Hofes trägt ein Türsturz einen lateinischen Satz in Großbuchstaben, der mittendrin abbricht.
Buch der Weisheit 16,24Creatura enim tibi factori deserviens, EXARDESCIT IN TOrmentum adversus injustos, et lenior fit ad benefaciendum pro his qui in te confidunt.
Denn die Schöpfung, dir, ihrem Schöpfer, gehorsam, entbrennt zur Strafe gegen die Ungerechten und wird mild, um denen Gutes zu tun, die auf dich vertrauen.
Es sind Worte aus der Bibel, aus dem Buch der Weisheit in der lateinischen Übersetzung der Vulgata. Die Stelle deutet die Plagen Ägyptens: Die Natur, ihrem Schöpfer gehorsam, wendet sich gegen die Unterdrücker und wird mild und schützend gegenüber denen, die auf ihn vertrauen.
Auf dem Türsturz bricht der Satz jedoch mittendrin ab: Im Lauf der Jahrzehnte wurde der Hof mehrmals umgebaut, je nach den Bedürfnissen seiner Bewohner, und eine später errichtete Mauer verdeckte den Rest des Wortes.
Das Gewölbe
Das Zeichen im Gewölbe
In der Mitte einiger Gewölbe, an ihrem höchsten Punkt, ist ein kleines Kreuz in den Stein geritzt. Jahrhundertelang zeichneten geduldige Hände solche Zeichen an Häuser, Portale und Decken, damit das Böse vor der Schwelle blieb und die Bewohner hinter diesen Mauern in Frieden schlafen konnten.
Oft hinterließ es der Maurermeister mit dem letzten Meißelschlag, wie eine Signatur unter dem vollendeten Werk; manchmal entstand es bei der Segnung der Räume, um das neue Heim zu weihen. Seitdem sind diese Kreuze dort oben geblieben, still, und wachen über den Schlaf aller, die unter diesen Gewölben ruhen.
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